Brustabnäher Teil 1: Was du über Brustabnäher und das Nähen von ihnen wissen musst

Brustabnäher

1.1 Welche Arten von Brustabnähern gibt es?

1.2 Brustabnäher nähen leicht gemacht

1.3 Wenn du keinen Brustabnäher möchtest

Wer viel näht gerät früher oder später an ein Schnittmuster das Abnäher enthält. Unser Körper ist kein eindimensionales Konstrukt, sondern hat Rundungen. Mithilfe der Abnäher können wir dir eine optimale Passform garantieren.

Brustabnäher in Schnittmustern sind oft in Oberteilen, die körperbetont geschnitten sind enthalten. Wozu brauche ist sie? Vor allem bei einer größeren Oberweite ist der Brustabnäher ein Must-have.

Der Stoff des Shirts oder der Bluse sollte sich um die Brust legen und trotzdem ausreichend Freiheit bei Bewegungen bieten. Deshalb verlaufen seitliche Brustabnäher immer leicht von unten nach oben, in Richtung der höchsten Stelle der Brust, dem Brustpunkt, und enden ca. 1-2 cm davor.

Der Brustpunkt ist die spitzeste Stelle deiner Brust.

1.1 Welche Arten von Brustabnähern gibt es?

Es gibt unterschiedliche Arten von Brustabnähern:

Bei seitlichen Brustabnähern oder Brustabnähern aus dem Armloch kommt der Abnäher aus der Seitennaht oder dem Armloch und verläuft leicht schräg von der Seite nach oben zum Brustpunkt. Hier ist es beim Bügeln unserer Schnittmuster wichtig, die Nahtzugabe nach oben zu bügeln. So verschwindet die Nahtzugabe in der Seitennaht, sobald du diese zusammen nähst.

Senkrechte Brustabnäher, wie auch die aus der Schulter kommen von unten nach oben bzw. oben nach unten zum Brustpunkt und werden bei unseren Schnittmuster zur Körpermitte hin gebügelt.

1.2 Brustabnäher nähen leicht gemacht

Wenn du schon beim Gedanken daran, einen seitlichen Brustabnäher zu nähen, ins Schwitzen gerätst, lass dir gesagt sein: so schwierig ist das gar nicht. Unschöne Fältchen oder “Tütchen” an der Spitze des Abnähers fürchten die meisten von uns.

Damit dir das nicht passiert, lass dir eines gesagt sein: bügeln hilft! Nicht umsonst ist der Spruch unter Näher:innen “Gut gebügelt ist halb genäht” eine DER Nähregeln. Und das gilt nicht eben nicht nur für Säume oder das Aufbügeln von Vlies.

Doch von Anfang an:

  1. Übertrage die Markierungen vom Schnittmuster auf den Stoff wie angegeben. Dabei ist es am einfachsten, du entfernst den Keil im Schnittmuster komplett oder auf einer Seite und klappst ihn ein. Dann kannst du einfach die beiden Linien oben und unten mit einem Markierstift oder Schneiderkreide nachzeichnen, bis sie sich an der Spitze des Abnähers treffen.
  2. Wenn du den Stoff zuschneidest, dann schneide den Stoff am Abnäher nicht ein, sondern schneide wirklich nur an der Seitennaht entlang und übertrage die seitlichen Knipse (Markierungen).
  3. Stecke nun die Abnäher fest, indem du den Stoff und die Abnäher rechts auf rechts (schöne Seite auf schöne Seite) legst. Die Knipse müssen genau übereinander liegen. Die Spitze des Abnähers kannst du auch gerne mit einer quergesteckten Nadel markieren.
  4. Beim Nähen des Abnähers mit einem Geradstich beginnst du an der Seitennaht und nähst bis zur markierten Spitze. Achtung! Den Anfang der Naht sicherst du dabei, indem du ihn verriegelst. Du nähst entlang der Markierung bis zum Nahtende (Spitze des Abnähers).
  5. Wenn du an der Spitze angekommen bist, sicherst du die Naht nicht durch Vor- und Rückstiche. Stattdessen ziehst du den Stoff vorsichtig weg, schneidest den Faden ausreichend lang ab und verknotest ihn zwei- bis dreimal. So entstehen keine unschönen “Tütchen” an der Spitze.
  6. Jetzt ist das Bügeln dran: Denn wir erinnern uns, Bügeln ist das A und O beim Nähen. Bei Brustabnähern musst du daran denken, sie in die richtige Richtung zu bügeln – je nach Konstruktion des Brustabnähers. Außerdem verwendest du am besten ein Bügel-Ei, das die runde Form der Brust imitiert. So bekommt auch der Abnäher genau die Form, die du dir wünscht.
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Ab Minute 3:45 zeigt Carolin dir, wie du einen Brustabnäher nähst

1.3 Wenn du keinen Brustabnäher möchtest

Wenn du also einen Brustabnäher entfernen möchtest, überlege es dir gut. Schließlich hast du jetzt ganz genau erfahren, was der Sinn und Zweck davon ist. Denn Schnittmusterhersteller wie auch wir von Fadenkäfer wissen in der Regel ganz genau, weshalb sie sich bei einem Schnitt für einen Brustabnäher entscheiden.

Bei einer Oberweite bis Cup-A kannst du eher auf einen Brustabnäher verzichten. Wenn du ihn also partout nicht haben möchtest, verraten wir dir, wie du darauf verzichten kannst. Zuvor musst du aber dein Schnittmuster soweit vorbereiten, dass dein selbst genähtes Kleidungsstück sobald es fertig ist, weiterhin gut aussieht.

Hierfür bestimmst du als erstes den Bereich, in dem der Brustabnäher liegt. Das ist das eingezeichnete Dreieck am seitlichen Rand des Schnittmuster-Vorderteils. Du ziehst anschließend mithilfe eines Lineal zwei parallele Striche vom oberen und unteren äußeren Punkt des Dreiecks zur Mitte des Vorderteils.

Diesen Streifen schneidest du dann weg und klebst das Schnittmuster-Vorderteil, von dem du nun eine obere und untere Hälfte hast wieder zusammen. Am äußeren Rand deines überarbeiteten Schnittmuster-Vorderteil steht nun noch eine kleine Ecke ab. Diese schneidest du vorsichtig ab, damit der Schnitt wieder eine ebene Linie hat.

Auf unserem Instagram– und TikTok-Kanal stellen wir dir ein kurzes Video zur Verfügung, bei dem du die einzelnen Schritte nochmal genau siehst.

Weiteres Wissenswertes über Brustabnäher findest du bald in 2. und 3. Teil zum Thema.

Und jetzt: Viel Spaß beim Nähen!

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